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Füllungstherapie
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Bei der Füllungstherapie stehen uns praktisch 6 Füllungsarten zur Verfügung. Die Anwendung der Füllungsmaterialien unterliegt gewissen Indikationen und muß daher von Fall zu Fall entschieden werden.

Seit Februar 1996 wird in unserer Praxis kein Amalgam mehr verarbeitet.

Da ich immer wieder gefragt werde, wie ich zu diesem (zwischenzeitlich nur noch selten verwendeten) Füllungsmaterial stehe, werde ich dennoch in Kurzform die Vor- und Nachteile von Amalgam aufführen.

Amalgam-Füllung

Vorteile:

  • Amalgam ist leicht zu verarbeiten
  • Es ist ein billiger Werkstoff
  • Amalgam hält erhöhtem Kaudruck stand und ist damit als Füllungsmaterial für den Seitenzahnbereich geeignet
  • Aufgrund der Verarbeitungsweise ist Amalgam ein sehr haltbares Füllungsmaterial (Haltbarkeit ca. 8-10 Jahre)

Nachteile: 

  • Besteht zu 50% Gewichtsanteilen aus hochgiftigem Quecksilber welches vom Körper nur schwer ausgeschieden wird.
  • Amalgam oxidiert, d.h. es ist massgeblich, mit dem Speichel als Elektrolyt, an Stromflüssen im Mund beteiligt. Die freigestellten Metallionen gelangen in den Körper, können das Immunsystem schwächen und je nach Vorbelastung des Patienten zum Ausbruch der verschiedensten Krankheitsbilder beitragen.
  • Es können Allergien gegen Bestandteile des Materials auftreten.
  • Dunkel-silberne Farbe
  • Amalgam wird nicht geklebt sondern in den Zahn gestopft. Wenn die Füllung durch das "Verdampfen" des Quecksilbers nach Jahren spröde wird, kommt es zu Spaltbildungen, wodurch unter der Füllung unbemerkt Karies entstehen kann. Dies wird erst durch beginnende Zahnschmerzen bemerkt. Oft ist dann eine Wurzelbehandlung und Überkronung unvermeidlich.
  • Amalgamfüllungen werden in unserer Praxis deshalb nicht mehr verwendet, weil vieles darauf hindeutet, dass Amalgamfüllungen gesundheitliche Spätschäden verursachen können. Unter anderem schreibt der Gesetzgeber allen Zahnärzten zur Reduzierung von Schwermetallen im Trinkwasser teure Amalgamabscheider vor.
  • Zahnärzte müssen Amalgamreste dem Sondermüll zuführen
  • Das Bundesgesundheitsamt hat die Verwendung von Amalgam bei schwangeren Frauen und Kindern unter sechs Jahren untersagt. Ferner gibt es zahlreiche Untersuchungen (z.B. die des toxikologischen Instituts im Klinikum der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel unter Leitung von Prof. Wassermann), die gesundheitliche Schädigungen durch Amalgamfüllungen bestätigen.

Dies alles und noch viel mehr hat mich dazu veranlaßt, Amalgam in meiner Praxis nicht mehr zu verwenden.

Zement-Füllung

Vorteile: 

  • Werkstoffverträglichkeit sehr gut
  • Ästhetik gut
  • Funktion gut
  • Normaler Arbeitsaufwand
  • Kosten übernimmt Krankenkasse (nicht bei Austausch intakter Amalgamfüllungen)

Nachteile:

  • Ungewisse Haltbarkeit (geringer als Kunststoffüllung)
  • Leicht rauhe Oberfläche

Kunststoff-Füllung

Kleinere Defekte, vor allem im Schneidezahnbereich)  können mit modernen hochwertigen Kompositen unter Anwendung er Adhäsivtechnik gut versorgt werden.

Vorteile:

  • Zahnfarben
  • Mittlere Kosten
  • Keine Korrosionsströme in Verbindung mit Metallen
  • Funktion sehr gut
  • Keine Abdrucknahme notwendig
  • Sehr passgenau
  • Haltbarkeit entspricht der Amalgamfüllung

Nachteile: 

  • Grosser Arbeitsaufwand (Aufbau in Lagen)
  • In seltenen Fällen können Allergien gegen Bestandteile des Kunststoffklebers auftreten
  • Kommt aufgrund von erhöhter Bruchgefahr nicht für ausgedehnte Füllungen im Molarengebiet (Backenzähne) in Frage. Die Kunststoff-Füllung wird oft im Frontzahnbereich und im Seitenzahnbereich (Prämolarengebiet) verwendet.