In Gesprächen mit Kollegen aus dem allgemeinen medizinischen Bereich zeigt sich immer wieder, wie sehr doch die Auffassung vorherrscht, Zahnheilkunde beschränke sich in Diagnose und Therapie auf den engumschriebenen Bereich der Mundhöhle. So bleibt häufig die wissenschaftlich begründete und allgemein gültige Lehre von der umfassenden Zahnheilkunde, die das Kauorgan als funktionelle Einheit betrachtet, nur unzureichend berücksichtigt. Heute wissen wir aber sehr genau, dass unter Berücksichtigung der psychischen und physischen Gesundheitssituation des Patienten zum Beispiel Störungen im Zusammenspiel der Zähne durchaus verheerende Auswirkungen auf andere, außerhalb der Mundhöhle liegende Strukturen, wie Muskeln, Kiefergelenke, Wirbelsäule und sogar das Becken haben können. Auch Schwindel, Ohrgeräusche und Schlafstörungen können Folge von Störungen im Kauorgan sein. Andererseits führen aber auch Fehlfunktionen in Muskulatur, Gelenken und nervlicher Steuerung leicht zu Schäden an Zähnen und dem Zahnhalteapparat. Diese Wechselwirkung zwischen Zahn und Gesamtorganismus gilt es zu erkennen und bei der Versorgung der Patienten zu berücksichtigen. |